Fasten
Reset für deine Zellen
Der versteckte Modus
„Warum sollte ich freiwillig auf Nahrung verzichten?“ – Das ist wohl die häufigste Frage, die gestellt wird. Die Antwort liegt tief in unserer Biologie. Unser Körper hat eine Art „versteckten“ Modus der mit den richtigen Ansätzen einfach freigeschaltet werden kann.
In unserem Körper finden zu jedem Zeitpunkt zwei Zustände gleichzeitig statt: Das Wachstum, auch Anabolismus genannt und der Abbau, auch Katabolismus genannt. In unserer modernen Welt sind wir fast permanent im „Wachstums-Modus“. Unser Körper ist aber nicht nur für den Überfluss konzipiert. Durch den ständigen Überfluss kommen wichtige Reparaturprozesse zum Erliegen. Das Fasten ist ein gezielter Schalter, um diese lebenswichtigen biochemischen Aufräumarbeiten wieder zu aktivieren.
Altes Wissen
Fasten ist kein neuer Biohacking-Trend, sondern eine der ältesten Heilpraktiken der Menschheit. Lange bevor wir die Zellbiologie verstanden, wussten Kulturen weltweit um die Kraft des Verzichts. Es wurde intuitiv genutzt, um Körper und Geist zu schärfen und Krankheiten zu begegnen.
Eine Reise durch die Geschichte:
Die Pythagoräer: Bevor Schüler in die Schule des Pythagoras im antiken Griechenland aufgenommen wurden, mussten sie oft eine 40-tägige Fastenzeit absolvieren. Der Zweck war nicht nur Disziplin, sondern die physiologische „Klärung“ des Geistes für komplexe mathematische und philosophische Lehren.
Altes Ägypten: Ägyptische Priester fasteten regelmäßig, um sich körperlich zu reinigen und spirituell vorzubereiten. Medizinische Papyri erwähnen den Nahrungsentzug als therapeutische Maßnahme bei verschiedenen Leiden.
Indigene Völker: In vielen indigenen Kulturen Nordamerikas (z.B. bei Visionssuchen) war Fasten ein zentraler Initiationsritus. Oft wurde dabei komplett auf Nahrung und Wasser verzichtet (Trockenfasten), um in einen Zustand erhöhter Wahrnehmung und Resilienz zu gelangen.
Medizinische Pioniere: Hippokrates, der „Vater der modernen Medizin“, verordnete Fasten bei akuten Erkrankungen, weil er beobachtete, dass der Körper im Krankheitsfall von selbst den Appetit verliert, um Energie für die Heilung zu bündeln.
Anti Aging
Einer der faszinierendsten Effekte des Fastens ist seine Wirkung auf den Alterungsprozess. Durch die Aktivierung der Autophagie, dem zellulären „Müllentsorgungsprogramm“, werden beschädigte Proteine, defekte Mitochondrien und toxische Zellbestandteile abgebaut und recycelt. Dieser Prozess verhindert die Ansammlung von Zellschrott, der als Haupttreiber des biologischen Alterns gilt. Gleichzeitig senkt Fasten chronische Entzündungsmarker wie IL-6 und TNF-α, die ebenfalls den Alterungsprozess beschleunigen. Die Kombination aus SIRT1-Aktivierung, verbesserter Mitochondrienfunktion und reduzierter oxidativer Belastung macht Fasten zu einem der effektivsten natürlichen Anti-Aging-Tools.
Onkologie
Den Einzug von Fasten in die klinische Krebsforschung wurde durch den italienischen Biogerontologen Prof. Dr. Valter Longo (University of Southern California) maßgeblich vorangetrieben.
Longo entdeckte in Studien mit Mäusen ein Phänomen, das er „Differential Stress Resistance“ (DSR) nennt:
Wenn Mäuse vor einer hochdosierten Chemotherapie fasteten , schalteten ihre gesunden Zellen in einen extremen Schutzmodus. Sie fuhren den Stoffwechsel herunter und wurden widerstandsfähig gegen das Zellgift.
Krebszellen hingegen, die auf unkontrolliertes Wachstum programmiert sind, konnten diesen Schutzschalter nicht umlegen. Sie blieben aktiv und wurden durch die Chemotherapie voll getroffen – oder starben sogar allein durch den Nährstoffentzug.
Das Ergebnis war frappierend: Fastende Mäuse überlebten Dosen von Chemotherapie, die für normal gefütterte Mäuse tödlich waren, oft ohne sichtbare Nebenwirkungen.
Diese Erkenntnisse werden heute in Kliniken weltweit übertragen, so auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit an der Glan. Dort zeigen klinische Erfahrungen, dass zeitlich begrenztes Fasten (24–72h um die Chemo) die Verträglichkeit signifikant verbessern kann.
Performance
Es ist mir wichtig zu betonen: Fasten ist ein Impuls, kein Dauerzustand. Für optimale Performance sei es im Sport oder im Beruf brauchen wir beides:
Die Fastenphase: Um alte Zellbestandteile zu recyceln (Autophagie) und die Sensitivität für Insulin wiederherzustellen.
Die Ernährungsphase: Um mit hochwertigen Nährstoffen Muskeln aufzubauen, Speicher zu füllen und Hormone zu produzieren.
Wer nur fastet, baut ab. Wer nur isst, „verrostet“. Die Magie liegt im rhythmischen Wechsel. Mein Coaching zielt darauf ab, genau diesen Rhythmus für deinen Alltag zu finden.
zu meiner Person
Ing. Ajdin Beširević, M.Sc.
Das Konzept eines gesunden, starken und leistungsfähigen Körpers hat mich seit ich denken kann fasziniert. Meine Passion ist es meine eigene Vorstellung dieses Konzept an mir selbst zu verwirklichen. Dafür ist mir selten ein Weg zu mühsam.